Mikrofone & Technik für Podcaster
Jeder, der den steinigen Weg der 80er-Homerecording-Freaks hinter sich hat kann ein Lied davon singen, von der Unmöglichkeit, Gesprochenes in den Computer zu bekommen. Zunächst war es der Atari, welcher zumindest die MIDI-Welten ins Heimstudio brachte und dann hörte man nur von unglaublich großen Maschinen, welche angeblich die Stimme digitalisieren können ...Mit der Jahrtausendwende wurde dann dieses Sience-Fiction-Märchen immer greifbarer und was anfangs von dicken Kästen mit Reglern und Schaltern ermöglicht wurde, kann mittlerweile ein Kabel ...
Ein Podcast lässt sich prinzipiell auf zwei verschiedene Möglichkeiten erstellen: in der Live-Simulation (also derart, dass die Sprechertexte als Fließtext ohne Unterbrechung „eingelesen“ werden oder als geschnittenes Projekt, indem Störgeräusche, Versprecher oder ganze Passagen gelöscht und mit Geräuschen, Effekten und Musik gemischt werden. Beide Methoden haben ihren ganz eigenen Reiz und beide Methoden bergen gewisse Tücken.
Für daheim Gebliebene – oder die Einsprechvariante
An den Line-In lässt sich darüber hinaus ein externes Mikrofon anschließen. Auch hier kann man die Ergebnisse als durchaus ausreichend bezeichnen. Sie klingen nicht nach „großem Tonstudio“ und sind dennoch um einiges besser als das, was die Vierspurgeräte der 80er Jahre geliefert haben (und die durchaus ihre Berechtigung hatten!).
Für rasende Reporter – oder: die externe Variante
Günstiger und somit für mehrere Schülerhände (-ohren und -zungen) beschaffbar sind MiniDisc-Recorder. Diese liegen bei vielen Schülern, Eltern oder Geschwistern noch rum und werden nicht mehr benötigt. Darüber hinaus lassen sie sich bei eBay günstig ersteigern. Der Vorteil ist, dass man sich durchaus mehrere solcher Geräte leisten und somit mit verschiedenen Reporterteams arbeiten kann.
Gute Erfahrungen haben wir mit dem Sony MZ-R37 gemacht, welcher nur noch gebraucht und in der Regel für ca. 30 Euro zu haben ist. Als Mikrofon setzen wir in der Regel das Sony ECM-MS 907 ein, ein Stereomikrofon, welches (zurecht!) nach wie vor gebaut wird, da es wirklich im „oberen Soundsegment“ mithält. Es kostet neu in der Regel um die 100 Euro.
USB – oder: die Gebete wurden erhört
Das Samson C01U ist ein Großmembran Kondenstaor Mikrofon, welches via USB-Kabel mit dem Computer verbunden wird. Es ist mit ca. 80, Euro als durchaus erschwinglich zu bezeichnen und liefert hierfür nahezu Unfassbares. Ohne zusätzliche Geräte ist es hiermit möglich, in äußerst hoher Qualität aufzuzeichnen. Als „reines Plug-and-Play“-Gerät macht es gerade am Mac richtig viel Spaß, da es wirklich nach der Devise „rein-und-los“ funktioniert.
Die optionale Spinne (sie kostet noch mal ca. 50,- Euro) ist vor allem dann sinnvoll, wenn man mit mehreren Leuten an einem Tisch sitzt, da hiermit Stoßgeräusche abgefangen werden können. Darüber hinaus erhält das Mikrofon gerade hiermit den echten „Studio-Look“ ...
Der amerikanische ADE Ted Lai hat einen direkten Klangvergleich dreier USB Mikrofone angestellt. Zum einen nutzt er den Snowball, zum anderen das Samson C01U und zum dritten ein (mir unbekanntes) USB-Headset von Logitech. Den direkten Klangvergleich kann man sich auf Ted Lais Website anhören.
FireWire – oder: dem Studio auf der Spur
Ist man bereits stolzer Besitzer eines guten Mikrofons (im Idealfall sogar ein Großmembran-Mikrofon), so muss die Frage nach Sinn und Unsinn von Neuanschaffungen nicht mehr diskutiert werden: das Mikro muss irgendwie an den Rechner. Hierfür gibt es seit einiger Zeit eine ganze Reihe von USB- und FireWire-Geräten, Interfaces, welche nur für Audio sind, solche, die Midi und Audio kombinieren, Geräte für zwei, drei, vier oder sechs Mikrofone usw. Hier haben wir uns für eines entschieden, das wir beide benutzen und von dem wir beide behaupten, dass es empfehlenswert ist.
Lagerfeuer – für Solisten
Schwelbrand – für die ganze Meute
Wer’s ein wenig fetter mag und keine Angst vor bösen Reglern hat, sollte sich die Helix Board Reihe von Phonic anschauen.




